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H26: Helvetia-Contest 2026 auf dem Schleipfen GL


Funk, Freundschaft und ein QSO nach Japan
Von Pierre-Alain Meuwly, HB9INU

Der H26-Contest gehört für viele Schweizer Funkamateure zu den Höhepunkten des Jahres. Für mich war die Ausgabe 2026 etwas ganz Besonderes: Es war meine erste Teilnahme an diesem traditionsreichen Wettbewerb.

Bereits am Freitag, dem 24. April 2026, traf ich mich mit Wolfgang, HB9CCS, auf dem Schleipfen oberhalb von Glarus. Unser Ziel war klar: Gemeinsam am H26-Contest teilnehmen und dabei ein schönes Wochenende in den Glarner Bergen zu verbringen.
 

Perfekte Bedingungen

Schon bei der Anfahrt war klar, dass uns das Wetter wohlgesinnt sein würde. Ein stahlblauer Himmel und angenehme Temperaturen begleiteten uns auf dem Weg zum Försterhaus auf rund 870 m ü. M. Dieser Standort bietet nicht nur eine herrliche Aussicht, sondern auch ausgezeichnete Bedingungen für den Funkbetrieb.

Das Försterhaus darf Wolfgang seit Jahren als temporären Funkstandort nutzen. Entsprechend routiniert verlief der Aufbau unserer Antennenanlagen.



"dr Herr Pfarrer"
 

Drei Antennen für den Contest

Zuerst errichteten wir einen 80-m-Dipol, der an einem rund sechs Meter hohen Powerpole-Mast befestigt wurde. Dank Wolfgangs Erfahrung war die Anlage rasch aufgebaut.

Zusätzlich stellte ich meinen portablen Teleskop-Dipol auf. Die beiden 5,2 Meter langen Teleskopstrahler waren in einem Winkel von etwa 90 Grad angeordnet und erinnerten von weitem an zwei ausgestreckte Arme. Schnell erhielt die Antenne ihren liebevollen Spitznamen: «dr Herr Pfarrer».

Als dritte Antenne kam meine PAC-12-Vertikalantenne zum Einsatz. Innerhalb weniger Minuten war sie betriebsbereit.

Alle Antennen wurden so positioniert, dass sie sich gegenseitig möglichst wenig beeinflussten. Die gelben Potaflex-Koaxialkabel von Messi & Paoloni waren dabei nicht zu übersehen und sorgten gleichzeitig dafür, dass niemand darüber stolpern konnte.



Funkshack für drei Tage

Unser Shack für drei Tage

Im Försterhaus richteten wir unseren Contest-Shack ein. Die Koaxialkabel wurden durch das Fenster ins Innere geführt.

Wolfgang arbeitete mit seinem bewährten Elecraft KX3 in der QRP- Klasse mit 5 Watt Ausgangsleistung. Ausgerüstet mit Akku, Handmikrofon und CW-Taste war er für beide Betriebsarten gerüstet.

Ich selbst setzte auf meinen Icom IC-7300 mit externem Antennentuner und 100 Watt Sendeleistung, also SSB single operator low power - Klasse

Nach dem Aufbau blieb genügend Zeit, die Antennen ausgiebig zu testen. Der Standort Schleipfen zeichnet sich durch ein sehr geringes Störniveau aus. QRM ist hier praktisch kein Thema – ideale Voraussetzungen für erfolgreichen Funkbetrieb.
 

Erste Erfolge auf den Bändern

Schon am Freitagnachmittag gelangen zahlreiche interessante Verbindungen.

Besonders beeindruckend war, welche Reichweiten Wolfgang mit nur 5 Watt in CW erzielen konnte. Stationen aus ganz Europa antworteten auf seine Rufe.

Auch auf SSB gelangen mir zahlreiche schöne QSOs mit Stationen aus der Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden und dem europäischen Russland.
 

Kulinarische Stärkung auf der Schwammhöhe

Nach einem erfolgreichen Funktag gönnten wir uns ein Abendessen im Restaurant Schwammhöhe.

Die Aussicht von der Terrasse ist spektakulär: schneebedeckte Gipfel, dunkle Tannenwälder und tief unten der Klöntalersee.

Bei dieser Kulisse schmeckte das Essen gleich doppelt so gut. Nach Kaffee und gemütlichem Beisammensein kehrten wir zufrieden zum Försterhaus zurück.



Standort von JM1EMS in Chiba, Japan
 

Das Highlight: Japan im Log

Am Freitagabend gelang dann die wohl eindrücklichste Verbindung des Wochenendes. Gegen 21.09 UTC erreichte Wolfgang mit dem Icom und der Antenne «dr Herr Pfarrer» die Station JM1EMS in Chiba, Japan. Die Verbindung war erstaunlich klar und deutlich. Die Distanz von rund 9’649 Kilometern sorgte bei uns beiden für grosse Begeisterung. Besonders bemerkenswert war, dass dieses DX-QSO mit einer preisgünstigen Antenne gelang, die für weniger als 45 Franken angeschafft worden war.

Auch ich versuchte anschliessend mein Glück. Zwar konnte mich die japanische Station kurz hören, doch die Verbindung brach leider ab. Dennoch blieb Japan als Highlight des Wochenendes in unserem Logbuch.
 

Endlich Contest!

Am Samstag um 13.00 UTC begann der H26-Contest. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sich die zuvor ruhigen Bänder in ein lebhaftes Stimmengewirr. Überall wurden Rufzeichen gerufen, Kantonskürzel ausgetauscht und Punkte gesammelt.

Die Stimmung war hervorragend. Teilweise kam ich kaum noch dazu, die Verbindungen sauber ins Logbuch einzutragen.

Wolfgang und ich verglichen laufend die Resultate unserer verschiedenen Antennen. Dabei zeigte sich, dass der grosse 80-m-Dipol die besten Ergebnisse lieferte.
 


HB9CCS mit Handsprechfunkgerät in einem Lokal-QSO
 

Die Resultate

Am Ende des Wettbewerbs durfte Wolfgang mit seinen 42 gültigen CW-Verbindungen und lediglich 5 Watt Ausgangsleistung einen hervorragenden Erfolg feiern: 3. Rang von 8 Teilnehmern in seiner Kategorie – verbunden mit einem Diplom. Herzliche Gratulation!

Auch ich war mit meinem Ergebnis sehr zufrieden: 58 gültige SSB-QSOs und Rang 9 von insgesamt 28 Teilnehmern.
 

Fazit

Der H26-Contest 2026 wird mir lange in Erinnerung bleiben.

Nicht nur wegen der vielen interessanten Funkverbindungen, sondern auch wegen der beeindruckenden Natur, der gemütlichen Stunden auf der Schwammhöhe und der hervorragenden Kameradschaft mit Wolfgang HB9CCS. Es war ein Wochenende voller Funk, Freundschaft und unvergesslicher Erlebnisse.

Und eines ist sicher: Wir freuen uns bereits, heute, auf den H26 Contest 2027.