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DX

Honor Roll - Königsdisziplin für DXer


Jäger und Sammler

Eine uralte Lebensform, die sich auch im Amateurfunk wiederspiegelt:
Für Kurzwellenfunker ist das oberste Ziel, in die Honor Roll der ARRL zu gelangen. Dies ist nicht so einfach, gilt es doch, mit allen möglichen DXCC-Ländern einen Funkkontakt (ein bestätigtes QSO) herzustellen. Momentan gibt es 340 gültige DXCC-Entities, dazu kommen bereits gelöschte Gebiete (deleted entities). Den DXCC Honor Roll Status erhalten diejenigen Stationen, denen weniger als 10 der momentan gültigen (d.h. nicht gelöschten) Länder fehlen.

Dies hat unser Mitglied HB9IQB Peri geschafft! Er ist mit Stichtag 5. Februar 2026 neu in der DXCC Mixed-Liste mit 331 aktiven Ländern und insgesamt 339 bestätigten DX-Kontakten aufgeführt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem über viele Jahre und mit viel Engagement erreichten Ziel!

Links zum Thema:


Bericht von Peri, HB9IQB


Honor-Roll-Plakette
Da prangt sie an der Wand, die Honor-Roll-Plakette des amerikanischen Amateurfunkverbands ARRL. Endlich konnte ich sie zu den anderen Plaketten gesellen, die alle auch viel Mühe und Hingabe gekostet haben, keine aber so viel wie die der Honor Roll.

Als ich von den 340 aktuellen DXCC-Gebieten 331 bestätigt hatte (und 339 mit den gelöschten) – das war Mitte Januar 2026, nachdem ich Desecheo Island auf 80 m in CW gearbeitet hatte –, beantragte ich den Eintritt in die Honor Roll der ARRL und erhielt ein paar Wochen später die Plakette. Zuvor vergingen 38 Jahre über der faszinierenden Reise ins Land des DXen.

Rufzeichen HB9IQB
1988 teilte mir die Fernmeldedirektion Rapperswil das Rufzeichen HB9IQB zu, und ich begann mit dem Sammeln von DXCC-Gebieten auf Kurzwelle, hauptsächlich in CW. Am Anfang ging es schnell, ich erreichte 100, 150, bald 200 DXCC-Gebiete, was allerdings auch nicht einfach war, in Glarus vom Tal aus, mit einer GP und verkürzten Drahtantennen. Zum Glück durfte ich als Student das eine oder andere Land auch von der Clubstation der ETH (HB9ZZ) aus arbeiten, und auch bei Josef (HB9DBV) in Nuolen erreichte ich so manches neue Land, vor allem während der weltweiten Contests.

Jagdfieber
Spätestens ab 275 aber wurde die Sache schwierig, und ab 300 musste ich das typische Gebaren des DXers an den Tag legen. D.h. ich beschäftigte mich noch intensiver mit den Informationen der DXer und der DX-Gruppen, abonnierte jahrelang den täglichen Newsletter von Bernie, W3UR, wurde Mitglied der GDXF und dann auch der SDXF, liess den Cluster Tag und Nacht laufen (nunmehr im Internet, nicht mehr auf VHF), wenn eine benötigte DXpedition unterwegs war. Kurzum: Die Sache entwickelte sich zu einem eigentlichen Jagdfieber, und vor allem zu der Zeit, als meine Kinder noch klein waren und ich nicht selten die ganze Nacht wachblieb, las ich die Bücher berühmter DXer wie Bob Locher, W9KNI. Sein „The Complete DXer“ fand ich genial, ich konnte mich in Bob hineinversetzen, wie er sich Kaffee kochte und den Amp anheizte … Bob lernte ich später in Friedrichhafen kennen, wir trafen uns zum Lunch, und ich überreichte ihm die E44PM-QSL für unsere Verbindung auf 30 m in CW, als ich in Palästina war und er im US-Midwest.

Ziel nach 38 Jahren erreicht
38 Jahre also dauerte die Reise, aber eigentlich müsste ich zwölf Jahre abziehen, in denen ich nicht unter HB9IQB unterwegs war, sondern in Berlin lebte (DJ4PM), und auch meine längeren USA-Aufenthalte müsste ich abziehen (KI1E). So der so: An der Wand hängt nun also die Plakette, und eine schöne Reise ins Land des DX, das war es allemal. Zu Ende ist sie freilich noch nicht, es bleiben ja noch neun Länder zu arbeiten. Irgendwann wird man süchtig danach, sein eigenes Rufzeichen vom anderen Ende der Welt im donnernden CW-Pile-up zu vernehmen …